Frauenbrunch zum Internationalen Frauentag

Am 5.3.2026 fand anlässlich des Internationalen Frauentages ein Kooperations- und Vernetzungstreffen im Frauenhaus Amstetten statt. Vertreterinnen aus Politik, Medien und sozialen Einrichtungen konnten sich zu unterschiedlichen Themenbereichen austauschen.

Beim Thementisch von Karin Kienberger von der Frauen*beratung Mostviertel stand das Thema „Mental Load“ im Mittelpunkt. Mental Load beschreibt das unsichtbare Management von Familie und Care-Arbeit – das Planen, Organisieren und Mitdenken, das viele Frauen nach wie vor größtenteils allein übernehmen. Ein wichtiger Schritt besteht in der Sichtbarmachung dieses Managements sowie in der Erkenntnis, dass es sich um ein gesellschaftliches Thema handelt. „Sichtbarkeit schafft Bewusstsein – und Bewusstsein ist Voraussetzung für Veränderung“, so Karin Kienberger.

Um Sichtbarkeit von Frauen und Frauenthemen ging es auch bei einem weiteren Thementisch: „Sichtbarkeit ist eine Voraussetzung für Teilhabe. Sichtbarkeit von Frauen bedeutet, dass ihre Sichtweisen wahrgenommen werden.“ Dazu diskutierten die Teilnehmerinnen mit Ute Kolck-Thudt von der Evangelischen Frauenarbeit und kamen zu dem Schluss: „Jede neue Sichtweise verändert die Perspektive und damit die Gestaltungsmöglichkeiten in der Gesellschaft.“

Beim Thementisch von Gabriela Cochior und Anita Buder zu „Feminismus – wie steht es mit dem Feminismus heute?“ wurde über Rollenbilder von Frauen reflektiert. Anhand der Tradwife-Bewegung, die vor allem in Onlineforen sehr aktuell ist, wurden die Ideologien und teilweise widersprüchlich transportieren Bilder kritisch beleuchtet und analysiert.

Ein verbindendes Element aller Thementische waren Forderungen nach mehr Gleichheit und Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern, auch im Sinne der Gewaltprävention. Dabei geht es um gleiche Löhne, die Aufwertung von Frauenberufen sowie die faire Verteilung von unbezahlter Care-Arbeit. Aber auch bei patriarchalen Rollenbildern und der alltäglichen Abwertung von Frauen ist anzusetzen. „Geschlechtergerechtigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für ein gewaltfreies Leben aller Menschen“, so Gabriela Cochior vom Frauenhaus Amstetten.

Beim Frauenbrunch wurde einmal mehr klar, wie wichtig Orte der Vernetzung und Solidarität sind – und wie bedeutend Einrichtungen wie das Frauenhaus für Schutz, Unterstützung und Empowerment von Frauen bleiben. 💜

Danke an alle, die ihre Perspektiven, Erfahrungen und Gedanken eingebracht haben!